SV9/DL8AAP Kreta Urlaub im September 2017

Zugegeben, ich habe vom portablen Kurzwellenbetrieb absolut keine Ahnung. Aber wenn man nicht anfängt, kann man keine Erfahrungen sammeln.

Zuerst kommt die Überlegung, was man alles mit in den Flieger nimmt? Die größte Hürde ist wohl von der XYL grünes Licht zu bekommen. Als das nun geschafft war, und mit der Vorgabe dass der Koffer nicht mehr als 15 kg haben darf, habe ich folgende Liste zusammengestellt:

Kurzwelle SDR mcHF Ja Koffer
Stromversorgung Steckernetzteil Ja Koffer
Stromkabel für Zigarettenanzünder Ja Koffer
Mikrofon Ja Koffer
Lautsprecher (weil der mcHF noch keinen eingebaut bekommen hat) Ja Koffer
Antennentuner Nein, zu schwer  
Also nur 20m-Bazooka aus RG Ja Koffer
Antennenkabel RG58, 14m Ja, Kompromiss, weil man nicht weiß, was so alles vor Ort ist. Im Handgepäck Handgepäck
Koax-Adapter PL-BNC Ja Koffer
Ein paar Nylonseile Ja Koffer
Meine Maurerrichtschnur mit Lot zum Werfen in die Olivenbäume oder wo auch immer hin Ja Handgepäck
Ein “Schweizer” Taschenmesser Ja, aber niemals im Handgepäck! Koffer
Zwei Rollen Klebeband Ja Koffer
Für 2m/70cm Baofeng UV5R Ja, Antenne und Akku separat Handgepäck
Kopie der Zulassung zum Amateurfunkdienst Ja, unbedingt! Brieftasche

Insgesamt hatte ich für die Kurzwelle ein Gewicht von 2,5 kg.

Das Sicherheitspersonal beim Durchleuchten des Handgepäcks in Hannover wollte wissen, was das Baofeng für ein Gerät ist und was ich mit der Richtschnur vorhabe. Antwort: “Es ist ein Amateurfunkgerät, und die mit der Schnur werfe ich die Antenne im Koffer über die Olivenbäume”. Hat ausgereicht!

Vorab kann ich sagen, dass das Personal später zum Rückflug in Heraklion ebenfalls an der Richtschnur interessiert war, wollte aber noch wissen, was der Kabelring darstelle. Antwort: “Throwing this antenna cable over trees with this weight at the end of the cord.”. Damit gab es ein großes Aha-Erlebnis war somit erledigt. Das Funkgerät Baofeng Handfunkgerät wollten sie nicht mehr sehen.

Nach der Ankunft und nach einem Mittagsschläfchen traute ich mich dann auch das Funkgerät auszupacken und die Antenne provisorisch aus dem Hotelzimmer zu werfen. Die XYL musste dieses Abenteuer unbedingt festhalten. Nun ja….

Die Bazooka-Antenne im Selbstbau habe ich mit RG174-Kabel aufgebaut. Dieses ist mit 3 mm Durchmesser recht leicht und für den QRP-Betrieb bestens geeignet. Die Bemaßung ist für die Mittenfrequenz bei 14.200 kHz ausgelegt. So eine Feuchtraumdose als Anschlusskasten aus dem Baumarkt ist perfekt. Die Antenne hat in dieser Installation ein SWR von unter 2. Außerhalb des Balkongeländers freihängend bekam ich sogar ein SWR von 1,5, und das sogar über das komplette 20m-Band.

Die Länge über alles beträgt 10,04 m. Eine Dipolhälfte besteht aus Faltdipol und Stub. Der Faltdipol hat auf jeder Seite eine Länge von 3,49 m, die Stubs sind jeweils 1,53 m lang.

So am Gebäude aufgebaut kommen natürlich auch elektrische Störungen in den Empfänger. Seien wir mal ehrlich: SO spannt man auch keine Dipol-Antenne auf. Wirklich nicht! Auch ist dies nicht zur Nachahmung empfohlen. Also nicht nachmachen!

Eine Dipolhälfte nach links in die Pflanze….

…und eine Dipolhälfte in den Busch auf der anderen Seite.

Und hier das, was dann da zu hören war.

Das Steckernetzteil liefert leider nur 1,8 Ampere. Für 5 Watt benötige ich aber etwa 2,2 Ampere.

Deshalb konnte ich leider nur mit 2 Watt senden. Es reichte aber aus um mit 57 bei DJ0IL/p bei Köln in Deutschland eine Verbindung aufzubauen.

Hier in Kurzform das unglaubliche Setup für diese Verbindung:

Natürlich habe ich mir für das nächste mal zwei Palmen am Strand in der Nähe von Heraklion ausgekundschaftet, die einen brauchbaren Abstand zueinander haben und deren Äste hoch genug sind. Die Urlaubszeit für weitere Amateurfunktätigkeiten war leider viel zu heiß und zu schnell vorbei. Auch CQ-Rufe über die erreichbaren Repeater blieben unbeantwortet.

Sonnenaufgang in Anissaras – 4 Uhr UTC

Besser als Funken – irgendwie

 

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