(M)eine kleine Wetterstation mit einem Raspberry Pi (Teil 1)

Vorbereitung des Raspberry Pi zur Wetterstation

Bild vom raspberrypirev2

Von Philipp BohkEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Hab noch einen etwas älteren Raspberry Pi B Rev2 und möchte diesen als Datenlogger für meine Aufzeichnungen von diversen Daten und Experimenten mit den Dingen des Internets IdD oder IoT (Internet of Things) nutzen. 

Ich entscheide mich für das Betriebssystem Raspbian Lite. Warum Lite? Weil diese Version vom Raspbian Betriebssystem ohne überflüssiges Zeugs, wie z.B. den graphischen Desktop und das alles, auskommt. Außerdem benötigt man für die NOOBS-Installation einen Monitor und eine Tastatur, was man sich in diesem Falle sparen kann. Das System startet -wie man so  schön sagt- headless. Dafür ist das Betriebssystem extrem jungfräulich und muss – besser: kann – von Grund auf aufgebaut und konfiguriert werden. Wie ich das gemacht habe, erkläre ich in den folgenden Abschnitten.

Vorbereitungen

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mich privat immer mehr vom Windows-Betriebssystem distanziere. Linux ist mit seinen unzähligen Derivaten in der Anwendung davon oft nicht mehr zu unterscheiden. Außerdem bietet es ein essentielles Maß an Sicherheit und Hardwareunterstützung. Es ist eine Vielzahl von Amateurfunk-Programmen frei erhältlich. Auch eine Unterstützung von Windows-Software in einem Emulationsmodus (z.B. WINE) ist vorhanden. Hier muss man im Einzelnen aber prüfen, welche Soft- und Hardwarevoraussetzungen von Windows-Programmen notwendig sind. Und ich meine, es ist keine Schande für einen urigen Linuxer auch die graphischen Desktops (GUI) zu nutzen. Die Zeiten von ellenlangen und kryptischen Befehlszeilen sind längst vorbei. Wie man später aber sehen wird, sind für weitere Installationen von Treibern oder Software im Raspberry einige Konsolenbefehle unerlässlich. Wenn man weiß warum und wofür, dann ist das auch recht verständlich.

SD-Card-Reader/Writer (gibt es schon für unter 10 Euro an jeder Straßenecke, oder im PC)

  • Windows: Win32DiskImager oder Etcher, Putty
  • Linuxdd Befehl von der Konsole, Etcher oder USB-Abbildersteller (z.B. Linux Mint) und ssh Befehl von der Konsole

Das Betriebssystem flashen

Zum heutigen Zeitpunkt (August 2018) ist Raspbian Stretch Lite die aktuelle Version mit der Kernel Version 4.14. Zum Download des Betriebssystems kommt man hier.

Ich installiere bzw. flashe dieses Betriebssystem mit einem der oben genannten Programme  auf eine SD-Karte der Klasse 10 mit 8 GB. Kleinere Karten bis hinunter zu 2 GB tun es auch, sind aber kaum noch erhältlich. Anleitungen dazu gibt es genug im Internet.

SSH-Zugriff aktivieren

Bevor man die Karte zum Booten in den Raspberry Pi einlegt, ist es ratsam den SSH-Zugriff zu konfigurieren. Deshalb behalte ich die Karte im Slot und öffne sie in einem Datei-Explorer oder Dateimanager. In der Partition Boot erstellt man einfach eine Datei mit dem Namen ssh ohne Endung. Somit ist der SSH-Zugriff aktiviert. Im Übrigen wird damit auch bereits der SFTP-Zugang für Filetransfers gewährt.

Erster Start des Raspberry Pi

Jetzt kann man diese Karte in den Raspberry Pi einlegen, mit einem Netzwerkkabel ans Heimnetzwerk verbinden und einschalten. Warum nicht WLAN? Der RPi B hat keinen WLAN-Adapter. Das Betriebssystem ist für DHCP konfiguriert und sollte vom heimischen Netzwerk nun automatisch eine IP-Konfiguration erhalten. Diese ist über den DHCP-Server im Heimnetzwerk, meist der Internetrouter (z.B. Fritzbox), ausfindig zu machen und für den weiteren Zugang zum Gerät zu merken. Ich finde und merke mir hier hinter dem neuen Eintrag raspberrypi.local die IP-Adresse 192.168.80.80. Der Raspberry Pi ist damit bereits mit den Gegebenheiten des Netzwerkes versorgt (Subnetzmaske, Gateway, etc.). Wir ändern das später von versorgen lassen (dynamisch) in fest eingetragen (statisch).

In meinem Linux-Terminal verbinde ich mich mit dem Raspberry Pi. Im Standard-Zugriff ist der Benutzer pi mit dem Kennwort raspberry versehen. Natürlich sollte man dieses Kennwort unverzüglich ändern. Wie das geht erscheint nach dem Anmelden auch als Hinweis auf der Konsole. Also tu ich das!

Ach übrigens, für Neueinsteiger vielleicht interessant: Linux ist bei allen Tastatureingaben sehr pingelig mit der Groß- und Kleinschreibung. Also bitte immer darauf achten! Den Benutzer Pi oder PI gibt es nicht, sondern nur erstmal den Benutzer pi. Das gilt auch für Befehle und Pfadangaben.

Somit ist die Erstverbindung mit dem Raspberry Pi erfolgreich eingerichtet und es geht weiter mit:

(M)eine kleine Wetterstation mit einem Raspberry Pi (Teil 2)

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