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SV9/DL8AAP Kreta Urlaub im September 2017

Zugegeben, ich habe vom portablen Kurzwellenbetrieb absolut keine Ahnung. Aber wenn man nicht anfängt, kann man keine Erfahrungen sammeln.

Zuerst kommt die Überlegung, was man alles mit in den Flieger nimmt? Die größte Hürde ist wohl von der XYL grünes Licht zu bekommen. Als das nun geschafft war, und mit der Vorgabe dass der Koffer nicht mehr als 15 kg haben darf, habe ich folgende Liste zusammengestellt:

Kurzwelle SDR mcHF Ja Koffer
Stromversorgung Steckernetzteil Ja Koffer
Stromkabel für Zigarettenanzünder Ja Koffer
Mikrofon Ja Koffer
Lautsprecher (weil der mcHF noch keinen eingebaut bekommen hat) Ja Koffer
Antennentuner Nein, zu schwer  
Also nur 20m-Bazooka aus RG Ja Koffer
Antennenkabel RG58, 14m Ja, Kompromiss, weil man nicht weiß, was so alles vor Ort ist. Im Handgepäck Handgepäck
Koax-Adapter PL-BNC Ja Koffer
Ein paar Nylonseile Ja Koffer
Meine Maurerrichtschnur mit Lot zum Werfen in die Olivenbäume oder wo auch immer hin Ja Handgepäck
Ein “Schweizer” Taschenmesser Ja, aber niemals im Handgepäck! Koffer
Zwei Rollen Klebeband Ja Koffer
Für 2m/70cm Baofeng UV5R Ja, Antenne und Akku separat Handgepäck
Kopie der Zulassung zum Amateurfunkdienst Ja, unbedingt! Brieftasche

Insgesamt hatte ich für die Kurzwelle ein Gewicht von 2,5 kg.

Das Sicherheitspersonal beim Durchleuchten des Handgepäcks in Hannover wollte wissen, was das Baofeng für ein Gerät ist und was ich mit der Richtschnur vorhabe. Antwort: “Es ist ein Amateurfunkgerät, und die mit der Schnur werfe ich die Antenne im Koffer über die Olivenbäume”. Hat ausgereicht!

Vorab kann ich sagen, dass das Personal später zum Rückflug in Heraklion ebenfalls an der Richtschnur interessiert war, wollte aber noch wissen, was der Kabelring darstelle. Antwort: “Throwing this antenna cable over trees with this weight at the end of the cord.”. Damit gab es ein großes Aha-Erlebnis war somit erledigt. Das Funkgerät Baofeng Handfunkgerät wollten sie nicht mehr sehen.

Nach der Ankunft und nach einem Mittagsschläfchen traute ich mich dann auch das Funkgerät auszupacken und die Antenne provisorisch aus dem Hotelzimmer zu werfen. Die XYL musste dieses Abenteuer unbedingt festhalten. Nun ja….

Die Bazooka-Antenne im Selbstbau habe ich mit RG174-Kabel aufgebaut. Dieses ist mit 3 mm Durchmesser recht leicht und für den QRP-Betrieb bestens geeignet. Die Bemaßung ist für die Mittenfrequenz bei 14.200 kHz ausgelegt. So eine Feuchtraumdose als Anschlusskasten aus dem Baumarkt ist perfekt. Die Antenne hat in dieser Installation ein SWR von unter 2. Außerhalb des Balkongeländers freihängend bekam ich sogar ein SWR von 1,5, und das sogar über das komplette 20m-Band.

Die Länge über alles beträgt 10,04 m. Eine Dipolhälfte besteht aus Faltdipol und Stub. Der Faltdipol hat auf jeder Seite eine Länge von 3,49 m, die Stubs sind jeweils 1,53 m lang.

So am Gebäude aufgebaut kommen natürlich auch elektrische Störungen in den Empfänger. Seien wir mal ehrlich: SO spannt man auch keine Dipol-Antenne auf. Wirklich nicht! Auch ist dies nicht zur Nachahmung empfohlen. Also nicht nachmachen!

Eine Dipolhälfte nach links in die Pflanze….

…und eine Dipolhälfte in den Busch auf der anderen Seite.

Und hier das, was dann da zu hören war.

Das Steckernetzteil liefert leider nur 1,8 Ampere. Für 5 Watt benötige ich aber etwa 2,2 Ampere.

Deshalb konnte ich leider nur mit 2 Watt senden. Es reichte aber aus um mit 57 bei DJ0IL/p bei Köln in Deutschland eine Verbindung aufzubauen.

Hier in Kurzform das unglaubliche Setup für diese Verbindung:

Natürlich habe ich mir für das nächste mal zwei Palmen am Strand in der Nähe von Heraklion ausgekundschaftet, die einen brauchbaren Abstand zueinander haben und deren Äste hoch genug sind. Die Urlaubszeit für weitere Amateurfunktätigkeiten war leider viel zu heiß und zu schnell vorbei. Auch CQ-Rufe über die erreichbaren Repeater blieben unbeantwortet.

Sonnenaufgang in Anissaras – 4 Uhr UTC

Besser als Funken – irgendwie

 

OE2/DL8AAP/p

Für mich war es das erste mal, dass ich im Urlaub neben dem VHF/UHF-FM-Mobilgerät auch mal eine Kurzwellenstation dabei hatte. Der Frühling im Pinzgau ist für meine Begriffe die schönste Jahreszeit und eigentlich viel zu schade, um die Zeit mit Amateurfunk zu verbringen. Dennoch hatte ich das OK von meiner XYL und nutze es auch ab und an.

Das (Portabel-) Setup:

  • mcHF – SDR-TRX 80-10m, QRP 5 Watt
  • MFJ-971 portabler Antennentuner
  • Netzteil 12 Volt
  • Endgespeister Draht über einen selbstgewickelten Magnetic Balun

Der 26 Meter lange Antennendraht wurde in knapp 8 Meter Höhe vom Balkon im zweiten Stock über den Hof an einen still gelegten Lampenmast gespannt. Eine Richtschnur mit einem Bleilot war eine große Hilfe. Den Tuner habe ich versucht mit dem Regenfallrohr zu erden. Jedoch hatte ich auf 80m einen (elektrischen) Rauschpegel von 9+10, auf 40m immer noch über S8. Deshalb beschränkte sich die Aktivität auf die dicksten Stationen aus der europäischen Umgebung, meist Italiener. Ein Versuch eine Verbindung mit DJ3OW in DL aufzubauen hat nicht funktioniert. Auch er war mit QRP unterwegs. Allerdings vermittelte hier eine HB9-Station.

Wieder zuhause, recherchierte ich noch einmal nach dem Rauschpegel im MagBalun. Hier heißt es eindeutig, dass eine solche Drahtmimik am besten mit einer kurzen Erde verbunden sein soll und dann als sog. Inv-L-Antenne gespannt werden sollte. Mit anderen Worten: meine provisorische Erde war keine, sondern nur ein überflüssiges Kabel. Vielleicht hätte ich das Regenrohr als Antenne nutzen sollen…. hmmm, beim zweiten Urlaub wird alles besser!

Hier noch ein paar Bilder aus OE2 (Pinzgau, Salzburger Land).

mcHF – MFJ-Tuner – Netzteil

Einspeisung des Antennendrahtes

Überflüssige “Erdung”.

Der Draht hängt erstmal

Die Richtschnur hängt über der Lampe

Grundrauschen auf 80m über S9 – da haben leise Signale keine Chance

auch auf 40m über S8 Grundrauschen

17. Mai 2017 – so schön kann Urlaub sein.

Kurzwelle portabel – mcHF im Gerätepark

Für den Urlaub plante ich ein portables Kurzwellengerät anzuschaffen. Bei den Recherchen stieß ich auf einen SDR-Transceiver von Chris, M0NKA mit dem Namen mcHF. Das Gerät besteht aus zwei Platinen, die ich in der Version 0.5 bereits mit den SMD-Teilen vorbestückt geliefert bekommen habe. In diesem Kit sind alle Taster, Rotary-Encoder, Display, Mischer, Relais, sowie alle erforderlichen Ringkerne mit genug Kupferlackdraht für die Tiefpässe und Transformatoren enthalten.

Vorbestückte Platinen UI und RF – Innenseiten

Vorbestückte Platinen UI und RF – Außenseiten

Nicht enthalten sind Gehäuse mit Knöpfen und Tasterkappen, Endstufentransistoren, Lautsprecher und Netzteil.

Es gibt ein (englischsprachiges) Yahoo-Forum und ein DARC Ortsverband Sulingen (I40), die sich intensiv mit dem Aufbau des Gerätes beschäftigen. Hauptsächlich ist hier einer der Initiatoren Andreas, DF8OE. Andreas ist maßgeblich an der Entwicklung des Bootloaders und der Firmware beteiligt.

Die mechanischen Bauteile habe ich als erstes bestückt, wie Taster, Encoder, USB- und Antennenbuchse, dann das Schutzlämpchen gegen knackige Impulse von außen, sowie die 3,5mm-Buchsen und die Hohlbuchse für den 12V-Anschluss. Ebenso das Display. Dann wollte ich die Pfostenleiste und den Pfostenstecker einbauen und stellte erstmal fest, dass die Lötreihe fast unter dem Display lag. Klappte aber noch. Also: Erst Pfostenstecker und -leiste bestücken, dann das Display. Einige Trafos noch aufgelötet und dann weiter zum nächsten Schritt.

Vorbereiten zur ersten Inbetriebnahme

Vor der ersten Inbetriebnahme zeigt sich ein weißer Bildschirm beim Einschalten. Der Strom bei 13V Versorgungsspannung sollte nicht höher als 270mA betragen. Es empfiehlt sich die Versorgung über ein Labornetzteil mit Strombegrenzung. Außerdem werden die Spannungsregler relativ warm (heiß), so dass diese mit einem Kühlkörper versehen werden sollten. Bei später voll aufgedrehtem Display wird ein Strom von etwa 370mA verbraucht.

Für Windows gibt es das Programm mchf-manager von M0NKA. Ich habe aber einen Linux-Rechner, der auf Grund seiner Leistungsfähigkeit nicht unbedingt eine virtuelle Maschine abbilden kann. Also habe ich nach den Angaben von DF8OE die Installation mit Linux-Tools vorgenommen.

Dazu wird das Konsolen-Programm dfu-util installiert:

sudo apt-get install dfu-util

Installation Bootloader unter Linux

Für die Installation des Bootloaders muss ein Jumper P6 gesetzt werden. Das habe ich zunächst mit einer Drahtbrücke vorgenommen. Außerdem habe ich den Ein/Aus-Taster (S17) mit einem Schalter überbrückt, damit der Ladevorgang nicht durch Wackler unterbrochen wird. Der Jumper P6 soll eigentlich nur für den Bootloader genutzt werden. Für die weitere Installation der Firmware wird dieser Jumper nicht benötigt.

Ich habe den mcHF direkt mit dem PC über USB an der kleinen USB-Schnittstelle verbunden. Über einen USB-Hub hat das nicht funktioniert.

Einschalten des mcHF mit gedrücktem S14-Taster (BAND+). Sobald über lsusb die ST-Microelectronics-Schnittstelle angezeigt wird, kann man den Bootloader mit folgendem Konsolenbefehl in den mcHF schieben.

dfu-util -D pfad-zum-bootloader/bootloader.dfu -R -a 0

Im Github bei DF8OE https://github.com/df8oe/mchf-github kann man die aktuellen Releases herunterladen. In der Regel besteht das Release aus vier Dateien:

  • bootloader.bin
  • bootloader.dfu
  • mchf.bin
  • mchf.dfu

DF8OE hat den Bootloader 2.0.x so konfiguriert, dass mit Einstecken eines USB-Sticks am großen USB-Port die .bin-Datei automatisch erkannt und installiert wird. Ich hab das noch nicht getestet.

Installation Firmware unter Linux

Die Firmware wurde, wie oben beschrieben, ebenfalls korrekt installiert. Allerdings kam nichts aus dem Audio-Codec-Chip heraus. Kein Audiosignal am Phone-Ausgang. Nichts im Display, kein Scope, kein Waterfall. Kein Signal am Line-Out. Nach einigen Tagen im Forum, wurde entdeckt, dass bei einem fehlenden EEPROM (nicht unbedingt notwendig, später aber brauchbar), der Codec-Chip nicht funktioniert, wenn man die Firmware von DF8OE einsetzt. Die Firmware von M0NKA indes funktioniert auf Anhieb, eben aber auch mit weniger Funktionen, als in der FW von DF8OE. Diese wurde von ihm in einem neuen Softwarestand angepasst, bei mir installiert und getestet. Jetzt kam auch Audio mit der Firmware durch den Signalweg hindurch.

Als Anmerkung kann ich noch hinzufügen, dass das Antennensignal erst dann in das Gerät kommt, wenn es die Power/SWR-Spulen (T2, T3) und die Lowpassfilter mit den zu bewickelnden Ringkernen durchlaufen hat. Diese sind also vor der ersten Inbetriebnahme zu bestücken. Beim Anfertigen bzw. Einbau der Ringkerne ist beim Löten darauf zu achten, dass der Lack auf dem mitgelieferten Spulendraht an den Lötstellen sehr penibel entfernt wird. Auch bei Lötkolben-Temperaturen über 400°C schmilzt der Lack nicht rückstandsfrei weg. Dabei ist dann der Signalweg zum AudioCodec unterbrochen, und es werden nur Koppelsignale ausgewertet. Ein Durchgangsprüfer nach jedem Lötvorgang ist hier unverzichtbar.

Wenn aber alles soweit bestückt ist, gibt der Empfänger eine ungeheure Audio-Qualität wider, sowie eine enorme Trennschärfe, grad abends momentan (April 2017)  im 80m-Band, wenn alle 2,5kHz eine andere Station sendet. Mit diversen regelbaren Noise-Reduction- und Notchfiltern (automatisch oder manuell)  kann man jedes noch so leises Signal herauskitzeln. Das macht Freude!

Wichtig: EEPROM

Damit der Prozessor mit seinem Speicher nicht irgendwann einmal seine Arbeit einstellt – und das tut er unweigerlich irgendwann, sollte ein EEPROM (optional) eingesetzt werden. Die erste Lieferung mit der Angabe aus dem Schaltplan eines 24LC01 mit dem dazugehörigen C99 brachte keinen Erfolg. Denn dieser wird mit der neuesten Firmware nicht mehr erkannt.

U7 24LC01 und C99 eingebaut

24LC01 wird nicht erkannt

So habe ich dann ein EEPROM vom Type 24LC1026 eingebaut. Hier ist keine Modifikation notwendig. Nach dem zweiten Einschalten hat der mcHF den Speicher erfolgreich erkannt. Ich empfehle also DRINGEND das EEPROM einzusetzen, auch wenn es nur als Option vorgesehen ist.

EEPROM 24LC1026 eingebaut

Bevor die Endstufentransistoren eingesetzt wurden, mussten noch die Schweinenasenringkerne, die Ausgangstransformatoren gewickelt und eingebaut werden. Es sind dies die Trafos T5, T7 und T6. Dabei ist der T7 der wichtigste Transformator. Nach Rücksprache mit DF8OE, den ich auf dem funk.tag in Kassel traf, soll dieser Trafo statt 2:3 mit 2:4 Wicklungen versehen werden. Ansonsten reicht es aus, sich nach den Vorgaben von M0NKA zu halten. Mit einem Oszilloskop habe ich dann die ersten “Sende”-Signale am Eingang der Endstufe betrachten können. Nun konnte auch der RFC8, eine Drossel zur Stromversorgung der Endstufentransistoren, mit einer Wicklung eingebaut werden.

Bewickelte Ringkerne der LPF mit Heißkleber befestigt

Noch ein Wort zum T7: es gibt eine Menge Modifikationen für diesen Übertrager. Da der mcHF jedoch eine Open Source Entwicklung ist, bleibt genug Spielraum für eigene Kreationen. Ich dagegen habe für den Anfang die Originalwicklung mit dem Hinweis von Andreas (s.o. 2:4 statt 2:3) umgesetzt.

Jetzt die Transistoren. Die erste Lieferung aus China zu einem Spottpreis brachte lediglich irgendwelche Fakes. Jetzt weiß ich, dass Halbleiter aus China mit der Angabe wie z.B. NEW oder BRAND NEW oder REPRINTED alles nur Fakes sind. Nach dem Einschalten brauchte es nur einen Bruchteil einer Sekunde, um die Dinger zum Glühen zu bringen. Die Brandblase am Finger ist grad am Abklingen. 10 Stück für knapp 10 Euro war dann doch etwas zu günstig um wahr zu sein. Nun, Lehrgeld halt.

Als NEW gelieferte (neu bedruckte) Dreibeiner. Was da drin ist, weiß keiner.

Also dann die Transistoren bei einem deutschen Händler zu einem Preis von knapp sieben Euro pro Stück nachbestellt und eingebaut.

Das Finale

Eingeschaltet, Strom beobachtet …. alles gut! Keine Hitze!

Jetzt nach den Anleitungen zum Kalibrieren der PA den Ruhestrom auf 500 mA eingestellt und vorsichtig auf 0,5 W die PTT getastet. Hervorragend! Es kommt HF am Ausgang. Weitere Einstellungen für alle Bänder mit 5 Watt vorgenommen und die Einstellungen als Backup im EEPROM abgespeichert.

Allerdings steigt der Ruhestrom ohne ausreichende Kühlung der Transistoren sehr schnell an. Auf eine ausreichende Kühlung ist dringend zu achten!

Antenne dran, und das erste mal auf 40m auf Sendung gegangen, einer italienischen CQ rufenden Station geantwortet, und ich wurde sofort gehört. 73, danke!

Für die anderen Bänder habe ich mir noch einen Portabeltuner MFJ971 zugelegt. Der passt dann alles, was an seinem Antennenausgang hängt, gnadenlos auf eine 0 Watt Rücklaufleistung an. So kann auch dieses Gerät mit in den Urlaub. Die Skala kann mittels eines Jumpers auf der Platine von der Umschaltung 30/300 Watt auf 6/30 Watt gesetzt werden.

Umschalten der 300-Watt- auf die 6-Watt-Skala mittels Jumper

mcHF v0.5 mit MFJ-971 als Duo

Abgleich

Den Abgleich habe ich nach der Anleitung aus dem Github-Wiki vorgenommen. Die Endstufentransistoren können mehr als 5 Watt Ausgangsleistung erzeugen. Dann sind aber dringend die 100V-Kapazitäten in der PA-Sektion des Boards auszutauschen gegen Typen mit 200V Spannungsfestigkeit.

So!

Ab in den Urlaub!


Hier noch ein paar Bilder vom Einbau ins Gehäuse. Das habe ich von SP3OSJ bekommen.

Vorgefertigtes Gehäuse von SP3OSJ – gab es nur noch in schwarz

USB- und Antennendurchlass

Vorbereitet für 3,5mm-Buchsen

Die Abstandshalter werden gar nicht benötigt

Die Abstandshalter werden wirklich nicht benötigt

Ein erster Blick – leider musste an den Löchern noch etwas gefeilt werden – der Preis eines Preiswert-Gehäuses

Sieht doch gut aus…

So passt es

…und so auch

M3x10 Senkkopfschrauben aus Messing im Baumarkt besorgt und Muttern aufgelötet

Gut gemessen ist schon halb gebohrt

Gebohrt…

…und versenkt

Drin!

Durchgangsprüfer für empfindliche elektronische Bauteile – Beeper

Für unsere Bauprojekte mit SMD- und empfindlichen CMOS-Bauteilen haben wir uns einen einfachen und genialen Durchgangsprüfer zusammen gebaut. Von Harold, W4ZCB haben wir uns das Schaltungsdesign besorgt und noch ein wenig modifiziert. Weil wir als SMD-Baustein keinen passenden Piezosummer bekommen haben, haben wir einen weiteren OpAmp aus dem LM339 für einen kleinen Tongenerator benutzt.. Zusätzlich wurde eine Auto-Power-Off-Schaltung nach VK3YC gleich mit eingeplant.

An den Prüfspitzen steht eine Spannung von weniger als 100 mV an. Der Kurzschlussstrom ist kleiner als 1 mA. Der Beeper ignoriert sogar Werte über etwa 60-70 Ohm. Mit diesen Voraussetzungen kann eigentlich kein CMOS-Bauteil beschädigt werden, auch nicht auf bestückten Platinen.

Hier das Originalschaltbild von W4ZCB:

Durchgangssummer nach W4ZCB

Automatische Abschaltung des Durchgangsprüfers nach VK3YC

Automatische Abschaltung nach VK3YC

Oszillator für den Piezosummer

Oszillator zur Ansteuerung eines Piezosummers

Stefan, DG4AAE hat nach der nun modifizierten Schaltung eine kleine Platine mit SMD-Bestückung entworfen und anfertigen lassen. Die Platine passt in ein kleines Flachgehäuse (Etui-Halbschalengehäuse) von Strapubox mit 9V-Batterie-Fach. Und wir haben nicht an den Messspitzen gespart. Stefan hat da wirklich tolle Profispitzen gefunden und bestellt. Bedruckte Folie drauf und fertig…

Durchgangsprüfer fertig im Gehäuse

 

Reparatur Samsung TV

…mal kein Amateurfunk-Thema

Der Fehler

Das 46-Zoll-Fernsehgerät eines Bekannten zeigte ein Negativbild. Eine Internetrecherche ergab, dass der Fehler bei einer Vielzahl von Geräten durchaus bekannt ist und der Austausch eines Schaltkreises notwendig sei. Auch wird berichtet, dass es sich bei diesem Fehlverhalten nicht immer um ein Negativbild handelt, sondern auch mal über fehlende Farben usw.

Es handelt sich hierbei um das IC mit der Aufschrift AS15-U im VQFN-Format. Es ist ein 48-Beiner (4×12) in der Größe 7×7 mm. Die Pins haben einen Abstand von 0,5 mm bei einer Pin-Breite von jeweils 0,2 mm ergibt sich ein Abstand von jeweils 0,1 mm. Das IC ist recht günstig für knapp 7 Euro zu bekommen und sieht auf Fotos recht geschmeidig aus.

Ich bekam die ausgebaute Steuerplatine, ein sog. T-Con-Board und einen neuen AS15-U in die Finger und so sah ich zum ersten mal, auf was ich mich da eingelassen hatte. Nun, Fotos sind das Eine, die Realität ist das Andere. Die Herausforderung war es nun den defekten Chip zu entfernen und den neuen wieder aufzulöten. Und wenn ich Herausforderung schreibe, dann meine ich auch Herausforderung. Also habe ich diese Herausforderung angenommen!

Der Ausbau

Mit 350° Heißluft aus der Rework-Station war der Chip dann recht schnell entfernt.

Die Kratzer auf dem Chip kommen von der abgerutschten Pinzette, wenn man ungeduldig ist….

Dann wurden mit einem 360°-Lötkolben und der Entlötlitze alle Lötzinnreste entfernt. Den Dreck habe ich hinterher mit 99% Alkohol (aus der Apotheke) entfernt.

Das Resultat ist eine saubere Platine mit sauberen Lötpads.

Gereiinigte Lötstellen für den AS15-U

Der Einbau

Beim Einbau habe ich zunächst einen Lötpad mit Lötzinn vorbereitet. Den Chip auf alle Pads ausgerichtet und diesen einen Pin kurz angeheftet. Damit kann man den Chip immer noch ausrichten. Das habe ich getan und diagonal gegenüber einen weiteren Pin angelötet.

Danach: Kontrolle auf korrekten Sitz des Chips. Bei diesen kleinen Dingern empfiehlt es sich dringend immer wieder zu kontrollieren. Eine Uhrmacherlupe kann dabei sehr hilfreich sein. Man kann gar nicht genug kontrollieren. Lieber einmal mehr kontrollieren, als neu von vorne zu beginnen und dabei möglicherweise auch teure Materialien zu schlachten.

Jetzt schmierte ich eine Reihe Pins mit Fluxpaste dick ein und nahm die breite Lötspitze, die ich mit einer geschmeidigen Handbewegung und etwas frischem Lötzinn über die Pins fuhr. Danach darf man nicht erschrecken, wenn noch einige Pins mit Lötklecksen verbunden sind. Diese bekommt man mit noch mehr Flux und dem Ausstreichen der Beinchen nach außen mit der breiten Lötspitze alle sauber. Mit einem Küchentuch habe ich dann den Rest Flux abgetupft mit Isopropyl auf einem Wattestäbchen gereinigt und alle weiteren Reihen so angelötet.

Nach der letzten Reinigung bin dann aber am Pin 12, der offensichtlich nicht korrekt angelötet war, mit dem Lappen hängen geblieben. Dabei brach der Pin ab. Also war’s nicht sauber gelötet und schlecht kontrolliert.

Schaden mit dem Reinigungslappen am Pin 12

Der zweite Einbau

Zunächst wieder mit Heißluft den alten Chip heraus schmelzen, Platine reinigen und wie oben beschrieben den neuen Chip einsetzen, verlöten und wieder die Platine reinigen. Hier das Ergebnis:

Saubere Lötstellen und saubere Platine.

Und nochmal: Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle, … und Kontrolle!
Nach mehrmaligem Suchen fand ich tatsächlich noch eine Verbindung zwischen den Pins. Auch hier half wieder die Uhrmacherlupe, Flux, Entlötlitze und Isopropyl 99%. Für solche Arbeiten habe ich mir einen Durchgangsprüfer gebaut, Die Eigenschaft dieses Gerätes ist, dass mit ganz wenig Spannung und ganz wenig Strom ein extrem niedriger Widerstand gemessen wird. Für Messungen an hochempfindlichen SMDs und CMOS-ICs ist es DAS Prüfgerät auf meinem Basteltisch. Hier der Link: Durchgangsprüfer

 

Fertig

Der Kollege baute die Platine ein und bestätigte mir die erfolgreiche Reparatur seines Samsung Fernsehers.

Fazit: Keine Angst vor zu kleinen Bauteilen. Ich habe viel dazu gelernt!