Archiv der Kategorie: Meinung

…und dann war da noch: Der Amateurfunk, die Welt ohne Grenzen

Mit Lothar, DL2VPL (H34, Uslar), vor 24 Auszubildenden (Systemelektroniker/in) den Amateurfunk präsentiert. Dabei zeigten wir den DARC-Film, obwohl wir deutlich gemacht haben, dass wir nicht neue Mitglieder akquirieren. Aber dieser Film erklärt professionell den Amateurfunk in ca. 13 Minuten. Danach die Mitarbeit an den Projekten z.B. auf dem Ravensberg bei Bad Sachsa zum Relaisstationsprojekt DB0RVB angeboten. Und das auch ohne Lizenz!
Zwei Live-Vorführungen mit einem Raspberry Pi auf UKW und einem Notfunkkoffer auf KW rundeten die fast zwei Stunden ab. Der mehrmals heftige Applaus gab uns zumindest das Gefühl alles richtig gemacht zu haben.
Was nun hängen geblieben ist, wird die Zeit zeigen. Oft ist es so, dass man sich erst nach Jahren erinnert: “hey, da war doch mal der Amateurfunk bei uns…”

Ein großes Dankeschön an Lothar, Marco, alle anderen Beteiligten, Unterstützer und natürlich dem Ausbildungsbetrieb!

Stellenwert Amateurfunk, Jammern auf hohem Niveau

DickeScheibe

Dicke Scheibe. Quelle: http://www.autofemsoft.com

oder…

Eine dicke Scheibe für den deutschen Amateurfunk

Achtung, wenn Du aktiv den Amateurfunk betreibst, dann betrifft Dich dieser Beitrag nicht.

Leider muss ich in diesen letzten Wochen erfahren, dass der Amateurfunk in Deutschland, so wie ich ihn mir bislang vorstellte, sowohl in der Öffentlichkeit, als auch unter den Funkamateuren nicht mehr den Stellenwert besitzt, wie noch vor rund 30 Jahren. Nun gut, Zeiten ändern sich, Menschen passen sich dem an, was einfach ist und folgen oft dem Weg des geringsten Widerstandes. Auch in Massenmeinungen kann man sich gern wiederfinden.

Leider habe ich auch erfahren müssen, dass andere Funktionsträger der Verbände, besonders im Bereich der Jugendarbeit selten willig sind ihrer Position gerecht zu werden. Sie tun, was sie wollen, aber nicht das, was sie sollen. Man geht davon aus, dass ich den Ehrgeiz, den ich vor Ort erbringe, allein erbringen solle. Personell könne man nicht unterstützen. Es sei zu guter Letzt ein hobby-istisches Ehrenamt.

Ich will hier nun auch nicht diejenigen verurteilen, die sich noch uneigennützig und enthusiastisch für das Hobby einsetzen. Vor ihnen ziehe ich als wohlwollende Geste imaginär meinen Hut.

Während meiner “Abwesenheit” (1989-2013) hat sich offenbar viel getan, was dem Amateurfunk im Ansehen tiefe Blessuren beschert hat. Es scheint sich unter den Protagonisten ein Jammern auf hohem Niveau eingepegelt zu haben. Auf den Verband wird geschimpft, auf einzelne Engagierte wird herum gehackt und ihnen somit oft der Spaß genommen. Auch mir widerfährt dies leider ständig. Selbst aktiv werden wird kategorisch abgelehnt. Diese haben keine Lust mehr an Aktivitäten, an Engagement und bemäkeln alles, was sie aus ihrem harmonischen Amateurfunk-Alltag wirft. Wie sagte ein OM öffentlich über das Engagement von einigen OMs auf dem 70cm-Band: “Alles Selbstdarsteller, nichts dahinter”. Sogar aus den Verbänden prophezeien organisierte hochrangige Funktionsträger dem Amateurfunk noch eine Lebensdauer von 5-10 Jahren. Ich glaube hiermit plaudere ich nicht über Geheimnisse.

Wenn man nun aber unter einer solchen psychologischen Negativ-Beeinflussung sein eigenes Handeln in diesem Hobby betrachtet, so kann man nur zu dem Resultat kommen, dass man sich bereits aufgegeben hat. Man steckt den Kopf in den Sand. Nichts sehen, nichts hören, nichts reden.. Lethargie, unausweichlich dem Ende nahe.. hinnehmen.. kraftlos..

Brrrr… Einmal bitte schütteln… Nein!!! Das kann es nicht sein!

Deshalb:

Ich verfolge weiter meine Vorstellungen von einem gemeinsamen Hobby und bewerbe weiterhin aktiv den Amateurfunk. In Gesprächen, in Aktivitäten, in Veranstaltungen und Präsentationen. Auch wenn die Suche nach Gleichgesinnten schwer fällt und oft wieder in der obigen Schleife endet. so ist der Amateurfunk es wert sich dafür zu engagieren, nicht nur organisatorisch, sondern auch AKTIV! Mit Freunden, Gleichgesinnten, die es genauso oder ähnlich sehen, wie ich. Denn diese gibt es auch!

Darum habe ich mir persönlich die folgenden Eckdaten abgesteckt:

  • Ich will, dass der Amateurfunk in der Öffentlichkeit wieder wahrgenommen wird.
  • Ich will, dass der Amateurfunk in der Politik endlich anerkannt wird.
  • Ich will, dass der Amateurfunk in der Ausbildung technischer Berufe, in Schulen und Universitäten mitgenutzt wird.

Schauen wir auf den Amateurfunk außerhalb Deutschlands, dann können wir uns wirklich eine ganz ganz dicke Scheibe davon abschneiden.

\displaystyle Volumen_{Amateurfunk} = \pi \cdot r^2 \cdot h
Wobei
r = Ausbreitungsgrad und -wirkung des Amateurfunks
h = Dicke der Scheibe. Bedeutet: Informationsaustausch mit anderen Ländern
bedeutet

Anhand dieser Formel ist zu erkennen, dass der gewichtigere Faktor r sich in der Quadrierung befindet. Es ist also nicht damit getan, dass jeder, der eine Lizenz erworben hat, sprich: Hochfrequenz-Führerschein gemacht hat, sich auf seinen Lorbeeren ausruhen soll und sich ab und zu mal ein neues Gerät kauft. Es hilft schon, wenn man einfach nur darüber redet, dass das Hobby Amateurfunk so vielfältig gesellschaftsfähig ist. Natürlich sind hiermit auch die weiblichen Amateure angesprochen.

Bestimmte Frequenzbänder (Funkstraßen) sind halt begehrt und dürfen dem Amateurfunk nicht weggenommen oder einfach zugestopft werden.

Ethik im Amateurfunk

Amateurfunk und Ethik?

“Hast Du mal gehört, was die da so alles von sich geben?”
“Auf dem Relais xxx sind nur Chaoten…”
“Der hat sie ja nicht mehr alle…”
“Unter 1 Kilowatt fangen die erst gar nicht an…”

Ja, ja, das ist eine kleine Auswahl aus einer Sammlung von Botschaften, die ich im Laufe des letzten Jahres zusammen gehört habe, oder was an mich heran getragen wurde. Eigentlich stecken ja hier viel mehr Botschaften drin, als man auf dem ersten Blick erkennt.

Was soll man darauf antworten? Weiterlesen