Archiv der Kategorie: Antennen

40m-Faltdipol “Bazooka” – “Mann, war ich taub!”

Ich konnte es ja kaum erwarten, und als ich gestern nach Feierabend über das 40m-Band drehe -nur mit der angeschlossenen 20m-Bazooka – höre ich derart starke Signale, dass ich kurzerhand entschloss noch für 40m eine Bazooka zu bauen. Die Maße waren auch schnell herausgefunden. Nachdem ich für 20m, 15m und 10m bereits jeweils eine solche Antenne aufgebaut hatte, fühle ich mich schon fast wie ein Profi. Lediglich das Entfernen der Abschirmung auf den äußeren Elementen beträgt bei der 40m-Variante schon 3 Meter. Also 6 Meter Isolierung und Abschirmungsgeflecht vom RG-174 entfernen.

Hier der prinzipielle Aufbau einer “Bazooka”. Das Bild ist entliehen von DD0YU. Dort wird auch ein Programm zur Berechnung angeboten.
EDIT 05.07.2018: Die Seiten von DD0YU sind offensichtlich nicht mehr erreichbar: ERROR 500

Aufbauprinzip einer "Bazooka"

Aufbauprinzip einer “Bazooka” (entliehen von DD0YU)

Wie auch immer, das Gebilde ist innerhalb einer Stunde fertig und provisorisch an der Dachrinne der Garage angehängt. Ich bekomme das kleinste SWR von 1,2 auf 6,9 MHz. Es steigt bei dieser Montage bis 7,2 MHz auf 1,4. Das soll mir erstmal reichen.

An der Hauswand entlang befestige ich die eine (kalte) Dipolhälfte und die andere liegt quasi wieder auf dem Garagendach, dort mit etwa einem halben Meter Abstand zum Ende hin abnehmend. Die SWR-Messung ergibt hier ein Verhältnis von 2,2 (7,0 MHz) bis 2,5 (7,2 MHz).

Trotz des schlechten SWRs schließe ich die 40m-Bazooka an den Drake TR-3 und bin fast schockiert über die prallen Signale, die mir da entgegen pfeifen. Und ich sage mir: “Mann, war ich taub!“. Ich höre eine im Audio fantastisch wohl klingende PA0-Station mit S9+30 (!), stimme meinen Sender ab (120W) und rufe einmal kurz mit 80 Watt SSB im PIleup. Prompt bekomme ich meine Antwort und wir beide gratulieren uns zu diesem schnell gelungenen Kontakt.

Nun hängt auch der 40m-Faltdipol nach Art einer “Bazooka” bei mir. Und das schlechte SWR werde ich auch noch bearbeiten.

Und noch schnell ein Berechnungsprogramm nach den Angaben im Bild oben.

 

 

GAP Titan DX – 3, 2, 1, … meins!

Seit gestern bin ich stolzer Besitzer einer GAP Titan DX !

Und ich kann mir zu Weihnachten wohl noch Gänsekeule und Rotwein gönnen…    …wenn keine andere Anschaffung dazwischen kommt.

GAP TITAN DX

GAP TITAN DX

Die Antenne ist zwar gebraucht, aber in einem elementaren guten Zustand, der ohne Weiteres einen funktionierenden Neuaufbau garantieren würde. Natürlich sind die Umwelteinflüsse nicht ganz spurlos an den Komponenten vorüber gegangen, und ich denke, dass mit ein bisschen Pflege das Gebilde wieder zum Strahlen gebracht werden kann. Und das im doppeldeutigem Sinne.

Lediglich bei der akribischen Durchsicht ist mir aufgefallen, dass das gelbe Zuleitungskabel an einer Stelle über eine Strecke von etwa sieben Zentimeter einen Riss der Isolierung aufweist. Die darunter nun zum Vorschein kommende Abschirmung ist nicht beschädigt.

Bilder werden folgen. Und nun wünsche ich mir viel Spaß beim Aufbau!

Cantenne – Dummy-Load mit Öl-Kühlung

Dieser Beitrag beschreibt einen im Amateurfunk üblichen Eigenbau einer künstlichen Last von 50 Ohm (Dummyload) für 100 Watt mit Ölkühlung in einer Weißblechdose mit Spannungsmessung (=Leistungsmessung).

So habe ich mir nach einigen Vorgaben aus dem Internet einen kleinen Lastwiderstand (Dummyload) für 50 Ohm gebaut, der etwa 100 Watt HF abfangen darf. Das Prinzip ist nicht neu und schon seit den 60er Jahren bekannt. Mit seiner legendären Heathkit Cantenna hatte man einen 50 Ohm Widerstand in einer geschlossenen Dose mit Öl zur Kühlung untergebracht. Nach diesem Prinzip habe ich nun folgende Bauanleitung zusammen getragen.

Material

In diesem Fall habe ich 20 Stück Metallfilmwiderstände von jeweils 1 kOhm parallel geschaltet und erhalte somit 50 Ohm. Die Belastbarkeit sollte 2 Watt nicht unterschreiten, besser 3 Watt. Ich habe lediglich die 2 Watt Version bekommen und multipliziere dies mit 20 parallelen Widerständen und erhalte eine Gesamtbelastbarkeit von 40 Watt im ungekühlten Zustand. Durch die Ölkühlung wird die Belastbarkeit auf über das doppelte ansteigen. Mein Bauchgefühl sagt mir etwa 100 Watt, was für kurzzeitige Einstellungen und Messungen an gängigen Kurzwellen-Transceivern völlig ausreichend ist! Sollte sich der Widerstand im Laufe der Zeit erhöhen, so hat man erfolgreich Widerstände frittiert. Bei der Dose handelt es sich um eine einfache saubere und leere Farbdose aus Weißblech (0,75l..1l), die für die notwendige HF-Dichtigkeit sorgt. Diese habe ich von einem benachbarten Malermeister geschenkt bekommen. Um die HF in die Dose zu bekommen braucht man eine SO239-Buchse oder BNC-Buchse. Ich hatte noch eine BNC-Einbaubuchse mit zentraler Verschraubung. Die Widerstände habe ich mit zwei doppelseitig kaschierten Platinenresten (jeweils 40 mm im Quadrat) miteinander verlötet. Der Bohrplan ist weiter unten.

Für die Möglichkeit eine Leistung zu messen, wurden zwei Anschlüsse nach draußen geführt, über die die mittels einer Diode (BAV21) und eines 10nF/500V Scheibenkondensator gleichgerichtete Spannung über der 50 Ohm Last gemessen werden kann. Diese Spannung wird an zwei Bananenbuchsen (rot und schwarz) herausgeführt. In der weiter unten stehenden Tabelle kann die Leistung anhand des Spannungswertes abgelesen werden. Eine Idee für ein weiteres neues Projekt wäre die Leistungsangabe mittels eines Mikrocontrollers.

Schaltung

Circuit Diagram Dummyload

Circuit Diagram Dummyload

Cantenne Bohrschablone Verbindungsplatten

Bohrschablone für die Verbindungsplatten der Widerstände

Nach diesem Schema sind zwei Platinenreste mit 40 mm im Quadrat auszusägen und zu bohren. Die Ecken können abgesägt werden, müssen aber nicht. Die eine Platine bekommt eine große Bohrung in der Mitte von etwa 8 mm Durchmesser. Dies ist dann die Masseplatte. Die zweite “heiße” Platte wird in der Mitte durch eine 1,2 mm Bohrung versehen. Hier wird nachher der Mittelleiter angelötet. Alle anderen 20 Bohrungen sind für die Widerstände von 0,8 mm.

Berechnung der Leistung nach der gemessenen Spannung

\displaystyle P [W]= \frac{(\frac{U_{eff}+U_{fwd}}{\sqrt{2}})^2}{Impedanz}

 

Mit eingesetzten Werten: 

Gemessene Spannung = 99,6 V
Verlustspannung der Diode = 0,4 V
Impedanz = 50 Ω

\displaystyle P = \frac{(\frac{99,6+0,4}{\sqrt{2}})^2}{50} = 100

 

Hier die Excel-Formel für Copy & Paste in die Zelle B5:    =POTENZ(((A5+$B$1)/WURZEL(2));2)/$B$2

Alle anderen Werte in die Zellen eintragen, wie unten ersichtlich.

Excel-Formel

Excel-Formel

Berechnung der Leistung

Berechnung der Leistung

 

Und nun viel Spaß beim Nachbau

GAP Titan DX (statt Gänsekeule und Rotwein)

Gestern abend unterhalte ich mich mal so eben nebenher mit DG7ABB über diese Mehrbandantenne. Heute habe ich dazu ein paar Informationen eingeholt und überlege so bei mir: DIE ISSES!

Ein bisschen sparen, ne Menge trockenes Brot und Wasser statt Gänsekeule und Wein… Weil das Ding bei WIMO bei etwa 480,- Euro liegt, aber ich gehe ganz fest davon aus, dass zumindest diese GAP Titan DX für meine beengten Verhältnisse genau die oder das Richtige ist.

TITAN DX

TITAN DX

Für die Bänder 40,30,20,17,15,12 und 10m bei einem nominalen SWR von <1,2 stellt dieses Monstrum mit einer Länge von etwa 7,50m (keine 30 Füße!) einen vertikalen Allband-Dipol mit einer Mittenspeisung (GAP, oder auch der Mut zur Lücke) dar. Der horizontale Abstrahlwinkel liegt zwischen 20° und 30°. Nicht grad DX-tauglich, aber dafür sorgt die Antenne für sehr wenig QRM gegenüber anderen Vertikalstrahlern. Sogar für 80m ist eine Kapazitätskappe für eine angegebene Bandbreite von 100kHz vorgesehen. Deshalb sollte man sich im Vorfeld über die bevorzugte Arbeitsfrequenz im 80m-Band im Klaren sein und bei der Bestellung die Mittenfrequenz angeben. Ohne Angaben wird standardmäßig wohl die Kapazität für 3.650kHz beigepackt. Von Tunern wird abgeraten, da er erstens nicht notwendig sein soll und zweitens die Antenne bei entsprechender Leistung und Fehlanpassung zu hohe Spannungen erzeugt, die zur Schädigung der Antenne führen können, obwohl der Sender gut arbeiten würde.

Weil die Aluschrauben sich bei der Montage selbst in das Rohr einschneiden, empfiehlt sich eigentlich nur ein Neukauf. Bei einer gebrauchten Antenne könnten diese Gewinde schon mal ausgelutscht oder überdreht sein. Davon müsste man sich dann vor Ort beim Verkäufer gerne einmal selbst überzeugen.

Vielleicht werde ich ja eines Tages über diese Anschaffung berichten.

Dies ist kein Erfahrungsbericht, sondern nur die kurze Version einer Inhaltsangabe meiner gesammelten Informationen im Internet.

Anpassung J-Antenne 2m/70cm

Nun ist es messtechnisch amtlich. Mein Selbstbauprojekt einer Koax-Antenne für 2m/70cm ist mit dem Vectronics SWR-548B durchgepiept.

Die Länge total sollte bei den angegebenen Maßen des Bastelbunkers bei 123cm liegen. Ich hatte in meinem Fall 2cm mehr also 125cm dimensioniert. Mit dem Antennenanalysator habe ich nun eine Resonanzfrequenz an einer etwa 350cm langen RG58-Zuleitung gemessen bei

kleinstes SWR 1,5 141,4 MHz
kleinstes Z (Z<7, bzw. Z=0) 141,9 … 142,8 MHz

Folgende Formel kommt hier zur Anwendung: Längenformel

Wobei
Ls=Länge Soll in der Einheit von Li
Li=Länge Ist in m*
fs=Frequenz Soll*
fi=Frequenz Ist*

*Die Einheiten müssen identisch gewählt werden. MHz kann auch kHz oder GHz sein, die Einheit kürzt sich in der Formel heraus. Li kann auch in cm oder mm angegeben werden.

Nach der Berechnung Ist-Resonanzfrequenz fi=141,4MHz durch Wunsch-Resonanzfrequenz fs=145,000MHz multipliziert mit der Ist-Länge Li=1,25m bekommt man die Soll-Länge Ls=1,22m.

Längenformel

Diese Differenz von 3cm habe ich einfach mal von oben her gekappt und erneut gemessen. Merkwürdigerweise hat sich die Resonanz nicht wie erwartet nach oben geschoben, sondern eher bei der Messung des kleinsten SWR 1,4 (!) sehr moderat auf 141,9 MHz. So habe ich stückweise noch weitere 4cm entfernt und das Stück Koaxkabel, ok…Antenne, liegt nun mit der Resonanz im folgenden Bereich:

kleinstes SWR <1,2 144,2 MHz
kleinstes Z (Z<7 bzw. Z=0) 144,5 .. 145,4 MHz

Somit hat sich gezeigt, dass das SWR (nicht ganz auf der Wunschfrequenz) von 1,5 auf unter 1,2 verbessert wurde. Über den Bereich von 144 .. 146 MHz steigt das SWR zum oberen Ende des Bandes auf 1,9. Damit kann ich leben. Wie sich das Gebilde auf 70cm verhält, kann ich noch nicht beurteilen. Es müsste nach logischen Überlegungen der Anfangsbereich des 70cm-Bandes bei etwa 432 MHz eine gewisse Resonanz aufweisen. Dazu werde ich noch das Kreuzzeiger-Messgerät AV-CN600 zwischenschalten. Im Übrigen pegelt sich die Impedanz im 2m-Band zwischen 35 und 80Ω ein

Natürlich werde ich mich mit den Messergebnissen und den notwendigen Formeln fortfahrend vertraut machen und weitere Messungen vornehmen. Die Kurzwelle wartet ja schließlich darauf von mir wieder erobert zu werden (hi).