Es ist schon recht mühselig das Yaesu FT-7900 über das Panel zu programmieren. Zugegeben es geht auch, aber über ein Programm ist das wesentlich komfortabler und übersichtlicher. So habe ich mir von G4HFQ ein kleines (aber mächtiges) Programm mit dem Namen FTB7900 für Windows herunter geladen, installiert und gekauft. Diese 15 Euro waren es mir wert.

Das FT-7900 hat an der Rückseite einen 6-poligen Eingang angebracht, über den der Speicherinhalt übertragen werden kann. Außerdem kann hier auch ein TNC angeschlossen werden. Die Belegung dieser Buchse sieht so aus:

6-pin FT-7900

6-pin FT-7900 von der Rückseite betrachtet

Ein altes PS/2-Kabel diente dabei als Grundlage.

6-pin Stecker PS/2

6-pin Stecker PS/2

Für eine Zweidraht-Programmierung des Gerätes benötigt man lediglich den Pin 2 GND und Pin 3 PTT. Ja, richtig, PTT. Hierüber wird die Schnittstelle mit Daten gefüttert, sowohl aus dem Gerät heraus, als auch in das Gerät hinein. Dabei sollte man aber bitte auf die richtigen Pegel achten. Also brauchte ich noch einen RS232-TTL-Konverter.

Fündig wurde ich bei DL8WA, der eine solche Konverter-Schaltung auf seiner Seite veröffentlich hat.

DL8WA 2-wire level converter

DL8WA 2-wire level converter

Diese kleine Schaltung habe ich kurzerhand mit Bauteilen und Kabelresten aus der Kiste auf einer Lochstreifenplatine aufgebaut.

Stückliste

  • D1,D2 = 1N4148 oder 1N4001 oder ähnlich
  • C1 = 4,7µF, 35V
  • T1,T2,T3 = BC546B oder ähnlich
  • R1 = 470 Ohm
  • R2=1 kOhm
  • R4,R6 = 10 kOhm
  • R3,R5 = 100 kOhm
  • D3 = Zener Diode 5,6V
  • P1 = Trimmer 10kOhm
    (So einstellen, dass eine Spannung von 3,3V zwischen Data und GND anliegt, bezogen auf einen nicht angeschlossenen VX-3)

Hier das Ergebnis:

RS232-TTL Konverter nach DL8WA

RS232-TTL Konverter nach DL8WA

Yaesu FT-7900 Programmierkabel

Yaesu FT-7900 Programmierkabel

Nun, schön sieht das Ganze nicht aus, aber es funktioniert hervorragend!

Noch ein Hinweis:
(damit ich das nicht vergesse und hier immer wieder nachschlagen kann)

Um das Yaesu FT-7900 in den Programmiermodus zu versetzen geht man folgendermaßen vor:

  • Taste MHz/PRI gedrückt halten und dabei das Gerät einschalten
  • Mit dem Abstimmknopf die Funktion auf F-7 Clone drehen
  • Taste BAND/SET eine 1/2 Sek. lang drücken Dabei geht das Gerät kurz aus und schaltet sich wieder ein.
  • Zum Empfangen von Daten nun Taste LOW/ACC drücken. Es erscheint — — RX — —
    Software zum Schreiben in das FT-7900 setzen
  • Zum Senden von Daten Taste V/M/MW drücken. Es erscheint — — TX — —
    Software zum Empfang vom FT-7900 setzen
  • Danach FT-7900 ausschalten und wieder normal einschalten

Wenn irgendwas schief geht erscheint ERROR

Mit der selben Prozedur kann man übrigens die Speicher und Konfiguration des Gerätes auf ein anderes FT-7900 klonen.

Nachtrag

Diese erste Schaltung eines anderen OMs hat nicht funktioniert. Die Pegel reichten nicht aus, um annähernd die 3,3V auf TTL zu bringen.

RS232-TTL Konverter nicht brauchbar

RS232-TTL Konverter nicht brauchbar

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Diskussion

  • Kommentatoren-Avatar
    Funkfreund — 06.12.2015 18:10 um 18:10

    Hallo Carsten,
    vielen Dank für die Veröffentlichung dieser Bauanleitung.
    Ich habe die Schaltung auf einem Streifenrasterplatine nachgebaut und heute (auch an einem FT-7900, Google hat mich hergeführt) in Betrieb genommen. Die Bauteilkosten bei Reichelt betrugen etwa 3Euro, wobei ich zwei Buchsen (eine Sub-D für die serielle Schnittstelle und eine 5poligen DIN-Buchse für den Abschluss zum Funkgerät) auf der Platine verbaut habe, die man noch einsparen könnte.
    Beim Aufbau bin ich – da ich nur den Schaltplan und nicht deine Blog-Seite nicht neben mir liegen hatte – darüber gestolpert, dass der Anschluss “Data” im Schaltplan mit PTT am Funkgerät verbunden werden muß und eben nicht mit “Data-In”.
    Als Software verwende ich Chirp. Die funktioniert bei mir unter Windows wie auch Linux.
    Ich habe festgestellt, dass der USB-Seriell Adapter den ich verwende mit Chirp merwürdigerweise nicht an USB3.0 Anschlüssen funktioniert. Ältere USB2.0 Anschlüsse machen bei mir kein Problem.
    Mir ist außerdem noch aufgefallen, dass der Abgleich des Pegels am Ausgang der Schaltung auf 3,3 Volt (Toggeln des DTR-Pin mit Hilfe der Programme GTKTerm/Linux oder Hterm/Windows möglich) bei Anschluß an einen anderen Rechner wieder neu erfolgen muß. Mit der noch vorhandenen seriellen Schnittstelle meines Firmen-Laptops habe ich nachdem ich vorher beim USB/Seriell Wandlerkabel 3,3Volt abgestimmt hatte nur noch 2,2Volt erreicht – zu wenig.
    Verwendet man also mehrere Rechner oder USB/Seriell Adapter muß ggfs. nochmal abgestimmt werden.
    Da ich vor habe die Schaltung mit einem Schrumpfschlauch zu verpacken werde ich dann den Schrumpfschlauch “punktieren” müssen um mit dem Schraubendreher noch an den Trimmer zu kommen.

    Anbei noch die Stückliste für eine Bestellung bei Reichelt:
    D1, D2 -> 2* 1N 4148 für 0,04€ pro Stück
    C1 – 1* SM 4,7/50RAD für 0,04€ pro Stück
    T1/2/3 – BC 546B für 0,04€ pro Stück
    R1 – 1* METALL 470 für 0,082€ pro Stück
    R2 – 1* METALL 1,00K für 0,082€ pro Stück
    R4,R6 – 2* METALL 10,0K für 0,082€ pro Stück
    R3,R5 – 2* METALL 100K für 0,082€ pro Stück
    D3 – ZD 5,6 für 0,06€ pro Stück
    P1 – Poti liegend – PT 10-L 10K für 0,25€ pro Stück
    Comport – D-SUB BU 09GW – 0,92€ pro Stück
    Dinbuchse 5 polig MABPM 5S – 0,59€ pro Stück

    + Streifenrasterplatine falls nicht noch vorhanden.
    Ich habe sehr locker aufgebaut ein 8cm*3cm großes Stück benutzt (größer als dein Aufbau). Da befinden sich Comport und DIN-Buchse dann aber schon mit drauf.

    Kann dir bei Interesse Bilder schicken.

    Gruß vom Rhein in den Harz :-)
    H.

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