Archiv für das Jahr: 2013

Einfache HF-Rauschbrücke zur Impedanzanalyse (Teil 1)

Ein kleines Weihnachtsprojekt 2013:

Aus Beuteteilen (Ausschlachteteile) habe ich mir eine Rauschbrücke zum Bestimmen von Antennenimpedanzen etc. zusammengelötet. Dazu haben mir viele Anleitungen und Veröffentlichungen im Internet geholfen.

Der Sinn einer Rauschbrücke ist mittels eines Rauschgenerators und einer Brückenschaltung ein Gleichgewicht von bekannten Real- und Blindwiderstänen ein unbekanntes Messobjekt zu bestimmen. In den meisten Fällen ist das natürlich ein unbekanntes Antennengebilde.

Zuerst hier der bildliche Aufbau:

HF-Rauschbrücke im fliegenden Aufbau Vorderseite

HF-Rauschbrücke im fliegenden Aufbau Vorderseite

HF-RauschbrüHF-Rauschbrücke im fliegenden Aufbau Rückseite

HF-Rauschbrücke im fliegenden Aufbau Rückseite

Großes Augenmerk ist auf den Ausgangsübertrager zu legen. Dieser ist das zentrale Element, das das hochfrequente Rauschen an die Messbrücke einkoppelt. Dieser fliegende Aufbau muss dringend in ein HF-dichtes Gehäuse eingesetzt werden, da die Signale extrem verstärkt sind. Außerdem benötige ich noch einen richtigen regelbaren Widerstand von etwa 250 Ohm.

weiter mit Teil 2 gleich zu Teil 3

Danke, XAVER,…

…dass du mir gezeigt hast, wie man Antennen richtig abspannt.

GAP Titan DX im Orkan XAVER 2013

GAP Titan DX im Orkan XAVER 2013

Wenn ich das Gebilde nun wieder richte und einen besseren Abspannpunkt auf der Westseite (Wetterseite) baue, bekomme ich auch die Gelegenheit die Dachkapazität an der Spitze der Antenne genauer zu untersuchen. Auf 80m ist die GAP Titan DX nämlich bei weitem nicht im Amateurfunkband resonant, sondern bei etwa 4.150 kHz!

Soundkarten-Interface für digitale Betriebsarten

Das ist sie nun, meine neue Errungenschaft:

Ein Interface zwischen der Soundkarte meines Laptops und dem Kenwood TS-870S.

Soundkarten-Interface PSK10 von SEC

Soundkarten-Interface PSK10 von SEC

Im Lieferumfang ist eine 12 Volt Zuleitung mit einem passenden Hohlstecker, zwei 3,5 mm Klinkenkabel in Stereoausführung für Line-Out und Line-In (Mic-In) und das Signalkabel zum Transceiver. In meinem Fall habe ich gleich den passenden 13-poligen Stecker für den ACC2-anschluss des Kenwood TS-870 mitbestellt. Eine Bedienungsanleitung ist ebenfalls dabei. Eigentlich wollte ich mir ein solches Interface mal selbst bauen. Aber bis der Warenkorb im Internet mit dem Kleinkram gefüllt ist, dauert es ewig. Deshalb habe ich mich zum Kauf aus der Nachbarschaft für einfaches kleines Geld entschieden. Ich hätt’s nicht besser machen können.

Verschaltung PSK10 Interface

Verschaltung PSK10 Interface

Das Interface trennt den Rechner vom TRX mittels NF-Übertrager, in beiden Richtungen. Aus dem Soundkarten-Signal wird durch eine VOX-Schaltung über Optokoppler die PTT getastet.

Nun betreibe ich es zur Zeit mit der Software FLDIGI und habe bereits BPSK31 und RTTY Verbindungen bestätigt bekommen. Auch JT65 habe ich mit der JT65HF-Software getätigt. Natürlich könnte man damit auch CW machen, aber dafür habe ich immer noch meine Taste, zumal ich auf der Interradio 2013 in Hannover der Arbeitsgemeinschaft Telegrafie AGCW-DL e.V. beigetreten bin und immer noch gern jeden Dienstag abend um 20 Uhr auf 80m dem QRSNET auf 3556 kHz folge.

Beschaltung des Funkgeräteanschlusses des PSK-Interfaces

PSK-10 Funkgeräteanschluss

PSK-10 Funkgeräteanschluss

NC: Liegt bei Empfang auf Masse (wird für einige Funkgeräte benötigt)
PTT: Liegt beim Senden gegen Masse
TXD: Sendeton, wird am Funkgerät an MIC oder AF-Input angeschlossen
RXD: Empfangston, wird am Lautsprecher oder AF-Output am Funkgerät angeschlossen
GND: Gerätemasse / Masse

Der Nachfolgetyp des Interfaces besitzt mittlerweile eine engebaute Soundkarte, eine vollständige galvanische Trennung und einen USB-Anschluss, der das Gerät auch mit Strom versorgt. Selbst die Spannungsversorgung ist galvanisch getrennt.

Installation der GAP Titan DX erfolgreich, Antennentest!

Letzter Urlaubstag, alle Vorbereitungen sind abgeschlossen: Die als gebraucht erworbene GAP Titan DX ist erfolgreich aufgebaut und in Betrieb genommen.

Hier eine kleine Bilderserie

Aufbau GAP Titan DX vor Einbruch der Dunkelheit

Aufbau GAP Titan DX vor Einbruch der Dunkelheit

In der deutschen Aufbauanleitung steht geschrieben, dass die Antenne vor Inbetriebnahme wenigstens mit kleiner Leistung durchgemessen werden sollte. Ich habe immer noch den Antennen-Analysator vom Ortsverein und schließe die Antenne an, um sie wenigstens einmal durchzupfeifen.

Völlig schockiert stelle ich fest, dass die GAP auf keinem der Amateurfunkbänder resonant ist. Die Resonanzen liegen alle über den Bändern. Diese Messung findet statt direkt am Ende des gelben Zuleitungskabels. Da ich weiß, dass die Antenne in Bezug auf Resonanz extrem sensibel ist, versuche ich meinen ersten Frust nicht ganz aufbrodeln zu lassen und schließe das Transceiverkabel an das Speisekabel an, getrennt von einem Blitzschutzzwischenstecker.
Wir spannen die Antennen in der Dämmerung provisorisch ab, es fängt auch prompt an zu regnen, und ich beginne mit kleiner Leistung Betrieb zu machen.

Nun staune ich nicht schlecht, dass das SWR-Meter meines Kenwood TS-870 bis auf 80m und 30m alles SWR unter 1,5 anzeigt. 80m ist für die GAP sowieso nur ein Kompromiss, trotzdem sollte die Antennenresonanz wenigstens im Bereich der angegeben Frequenz bei 3650 kHz herum liegen. Tatsächlich liegt die Resonanz mit einem SWR von 1,0 bei 4150 kHz. Auf 30m ist das SWR zwischen 2,0 und 2,4 und mit dem eingebauten Antennentuner sehr schön anzupassen. Auf 80m kommt der automatische Antennentuner nicht mehr mit, es sei denn ich setze den Regelbereich hinauf. Das werde ich aber vorerst nicht tun.

Die GAP funktioniert auf 10m, 12m, 15m, 17m, 20m und 40m hervorragend. Auf 30m erfasse ich am heutigen Sonntag trotz des schlechten SWR Feldstärken von im Schnitte 15dB über S9. Es läuft irgendein CW-Contest. Im 40m Band schalte ich zwischen der GAP und meiner 40m Bazooka hin und her. Bei einigen Stationen sind die Feldstärken auf der GAP größer und bei anderen auf der Bazooka. Da die 40m-Bazooka auch auf 15m teilweise arbeitet, schalte ich auch hier zwischen den Antennen hin und her. Stationen, die ich auf 15m mit S8-9 auf der GAP höre, verschwinden auf der Bazooka im Rauschen des Empfängers.

Bis auf die 80m Geschichte bin ich durchaus zufrieden mit der Antenne. Hier werde ich wohl mal beim Hersteller anrufen und nach diesem Effekt fragen. Ich vermute eine defekte Kapazität oder eine andere Baustelle, die mir beim Aufbau entgangen sein könnte. Obwohl offensichtlich alles korrekt angeschlossen ist.

Von DG7ABB habe ich eine Menge hilfreiche Fotos seiner GAP und die Anschlüsse der Abstimmstäbe erhalten. Danke an dieser Stelle dafür!

Und den Nachbarn habe ich auch erlaubt ihre Wäsche an die Abspannseile zu hängen, wenn sie denn da dran kommen. Schön, wenn man eine gute Nachbarschaft hat. Hier hilft mir aber auch der DARC mit seinen Faltbroschüren.

Stimmen aus dem Jenseits

Grad heute glaubte ich aus dem Rauschen meines Kurzwellenempfängers Stimmen zu hören. Untote Funker, die Kontakt mit unserer realen Dimensionen suchen?

Ich höre hier so etwas wie “CQ” oder “we seek you” oder “here we are….hear us calling…” Hört selbst:

QRSNET – CW für Einsteiger und Wiedereinsteiger

Durch Zufall erfahre ich (natürlich wieder über das Internet), dass eine kleine Gruppe um Mike, DF2OK, existiert, die sich mit dem Erlernen bzw. Auffrischen der Morsetelegrafie beschäftigt.

DF2OK ruft hier aus der AGCW-DL (Arbeitsgruppe CW in Deutschland) jeden Dienstag abend um 20:00 Uhr Ortszeit auf der Frequenz 3556 kHz (+/- QRM) CW-Interesssierten in langsamer Geschwindigkeit mit ungefähr 40 Zeichen/Minute dazu auf, das Morsen zu verinnerlichen oder Wiedereinsteigern es ermöglichen ihre Kenntnisse wieder aufzufrischen.

Bereits um 19:30 drehe ich gestern abend mich auf die Frequenz ein und warte, was passiert. Um kurz vor acht ruft DF2OK die Teilnehmer auf sich zu melden. Noch traue ich mich nicht und entschließe mich erstmal zuzuhören. Einen Teilnehmer konnte ich leider im QRM nicht ausmachen. Aber ich schreibe etwas mehr als eine Stunde mit, was da so gegeben wird. Ein Spiel mit verdrehten Buchstaben eines Wortes. Das Zuhören und Niederschreiben macht einen Heidenspaß. Ein Teilnehmer wird während dieser Stunde immer schneller, und ich merke, wie ich (noch) an meine Grenzen stoße. Aber am Ende habe ich vier Seiten A4 (Schmierpapier) vollgeschrieben und den Inhalt der Durchgänge erkannt.

Hier ein Auszug aus DK5KEs Internet-Seite:

Lernplateaus beim Lernen der Morsetelegrafie

Lernplateaus beim Lernen der Morsetelegrafie

Nachdem sich alle verabschiedet haben, bedanke ich mich und gebe mich in CW als Zuhörer zu erkennen. In diesem Moment habe ich beschlossen, dass ich versuchen werde, jeden Dienstag Abend diese Zeit einzuhalten und bei der nächsten Runde teilzunehmen. Ein besseres “Fairständnis” für Einsteiger und Auffrischer kann man nicht finden. Hier sind Gleichgesinnte, die man oft vergeblich in einem alt eingesessenen OV findet, in dem die dortigen Funkamateure schon längst über dieses Stadium hinaus sind.

An dieser Stelle einen wirklichen Dank an DF2OK für sein Engagement zur Aufrechterhaltung der Betriebsart CW, der Morsetelegrafie, dem ich hier einen Link auf die Organisation spendiere – ich hoffe hiermit auf sein Einverständnis:

DF2OK: http://www.df2ok.privat.t-online.de/afu01a.htm#OBEN

Arbeitsgemeinschaft Telegrafie e.V. (AGCW-DL): http://www.agcw.org/